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Aktivitäten 2016

Erstellung eines online Katalogs sämtlicher Gemälde von Oskar Kokoschka
unter wissenschaftlicher Beratung von Walter Feilchenfeldt
IT-Basis gesponsert von der Firma Eurospider in Zürich
Eurospider 

Vortrag im Rahmen der Universität des 3. Lebensalters
8. Januar 2016, 14 – 16 Uhr
Régine Bonnefoit, Kokoschka und die Schweiz
Université de Neuchâtel, Saal RNO2
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20. Oktober – 7. Februar 2016

Ausstellung Oskar Kokoschka und Alma Mahler - eine tragische Liebesbeziehung
Musée Jenisch Vevey

Am 12. April 1912 lernte Kokoschka in Wien Alma Mahler, die Witwe des Komponisten Gustav Mahler kennen. Es war der Beginn einer tragischen Liebesgeschichte, die schon nach drei Jahren zerbrechen sollte. Die Ausstellung zeigt eine Vielzahl von Zeichnungen und Lithographien, in denen Kokoschka alle Höhen und Tiefen seiner Beziehung in oft allegorischer Form darstellt. Dazu gehören die Illustrationen zum Werk Die Chinesische Mauer (1914) von Karl Kraus, die zwölf im Jahre 1913 entstandenen Kreidelithographien Der gefesselte Kolumbus; die 1914 erschienene Bachkantate und die Illustrationen zu seinem Gedicht Allos Makor (1914). Der Titel des Gedichts ist ein Anagramm der Namen Alma und Oskar. In seinem 1916/17 geschriebenen Drama Orpheus und Eurydike, das 1921 in Frankfurt uraufgeführt wurde, verarbeitete er seine gescheiterte Beziehung. Alma tritt darin in der Gestalt der Eurydike auf; sich selbst identifizierte Kokoschka mit dem mythologischen Sänger, der in die Unterwelt hinabstieg, um die Geliebte aus der Gewalt des Hades zurück zu gewinnen.

Um sich über seine verlorene Liebe hinwegzutrösten, liess Kokoschka im Juli 1918 die Münchner Puppenmacherin Hermine Moos eine lebensgrosse Puppe in der Erscheinung Almas nach seiner Beschreibung fabrizieren. Auch wenn das Ergebnis den Künstler zutiefst enttäuschte, fertigte er nach dem Fetisch mehrere Gemälde und Zeichnungen an.
Musée Jenisch Vevey

23. Februar – 29. Mai 2016
Ausstellung Kokoschkas Reisen nach Nordafrika. Ein erträumter Orient.
Musée Jenisch Vevey

Die Fondation Oskar Kokoschka besitzt zwei Gemälde, die Kokoschka 1928 bzw. 1929 in Algerien und in Ägypten schuf: der Marabout von Témacine und die Arabischen Frauen. Trotz des direkten Kontakts mit den Einwohnern beschreibt der Künstler in seinen Reiseberichten einen Orient, der mehr erdichtet als wirklich erlebt ist. Er stellt sich den Marabout als einen Nachfahren von Aïscha vor, «die letzte Frau Mohammeds, […] die mit ihren Söhnen in einem heroischen Kampf die Unabhängigkeit des Berbervolkes durchzusetzen versucht hatte». Als Vorlage für die Arabischen Frauen dienten ihm Postkarten, die sich im schriftlichen Nachlass des Künstlers in der Zentralbibliothek Zürich erhalten haben. Im Februar 1965 reiste Kokoschka einen Monat durch Marokko, wo er Gelegenheit hatte, Vorführungen der sogenannten Fantasia zu sehen. Der Begriff bezeichnet eine maghrebinische Reitkunst, die seit Delacroix zu den beliebtesten Motiven der Maler des Orientalismus gehört. Kokoschka nutzte seinen Aufenthalt, um eine Serie von 18 Lithografien mit dem Titel Marrakesch zu schaffen. Die Ausstellung zeigt die Vorzeichnungen zu diesem Werk, darunter Ansichten von Kamelmärkten, orientalischer Architektur und Szenen besagter Reiterspiele.
Musée Jenisch Vevey

14. Juni 2016 – 31. Januar 2017
Ausstellung Zeichnungen früher Mädchenporträts von Oskar Kokoschka (1908 – 1932)
Musée Jenisch Vevey

Die Fondation Oskar Kokoschka bewahrt zahlreiche Zeichnungen von jungen Mädchen aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Sein Meisterschüler Friedrich Karl Gotsch berichtet in seinen Erinnerungen an Kokoschkas Unterricht an der Dresdner Kunstakademie (1919 – 1923) von dessen Vorliebe für Kindermodelle: «Diesen Geschöpfen wurden bunte Tücher gegeben, in die sie sich einhüllten und mit denen sie Mummenschanz trieben. Daß sie stets in einer nicht allzu unruhigen Bewegung seien, wurde gewünscht. Man sollte lernen, zu erhaschen, was wichtig ist.» Bei dem Umhang in Kokoschkas Aquarell Mädchen mit grünem Lendenschurz von 1921 handelt es sich um ein solches Tuch. Die Ausstellung wird ergänzt durch einige kostbare Zeichnungen aus einer Schweizer Privatsammlung, darunter das Tanzende Mädchen mit hochgehobenem Rock von 1908.
Musée Jenisch Vevey

Aktivitäten 2015

6. November 2014 – 1. Februar 2015

Ausstellung Oskar Kokoschka, 1915–1917: Vom Kriegsmaler zum Pazifisten 
Musée Jenisch Vevey

Anlässlich der hundertjährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs (1914) dokumentiert die Fondation Oskar Kokoschka anhand einer Auswahl von Werken und Photographien den Wandel, den Kokoschka zwischen 1915 und 1917 unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse durchgemacht hat. Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn dem Königreich Serbien den Krieg. Kokoschka war zu diesem Zeitpunkt 28 Jahre alt, somit wehrpflichtig und musste jeden Tag mit seiner Einberufung rechnen. Den guten Beziehungen seines Freundes und Mentors Adolf Loos zum Armeeoberkommando verdankte er seine Aufnahme in das vornehmste Reiterregiment der Monarchie: das k.u.k. Dragonerregiment Erzherzog Josef Nr. 15. Am 29. August 1915 wurde Kokoschka bei Wladimir-Wolynsk in der Ukraine schwer verwundet. Am 29. März 1916 bewarb er sich um Aufnahme als Kriegsmaler beim Kriegspressequartier. Nach der Kriegserklärung Italiens im Mai 1915 kämpfte die k.u.k Armee im Isonzotal, im heutigen Slowenien, wohin Kokoschka Mitte Juli 1916 entsandt wurde. Bis Ende August zeichnete er vorwiegend in farbiger Kreide rund 30 Blätter mit Truppenbewegungen, Geschützstellungen und zerstörten Dörfern. Nach seiner zweiten Verwundung wandelte er sich zum Pazifisten und arbeitete ab 1917 an einer Anti-Kriegs-Mappe, die als eine moderne Variante der Grandes Misères de la guerre von Jacques Callot (1633) und der Desastres de la guerra von Goya (1810–1814) zu verstehen ist.
Musée Jenisch Vevey

17. Februar – 17. Mai 2015

Ausstellung Hommage an Olda Kokoschka
Musée Jenisch Vevey

Zum Andenken an Olda Kokoschkas 100. Geburtstag veranstaltet die Fondation Oskar Kokoschka eine Ausstellung zu Ehren ihrer Stiftungsgründerin.  Oldriska Aloisie, zeitlebens Olda genannt, kam am 3. Februar 1915 in Prag zur Welt. Im Herbst 1934 lernte sie im Haus ihrer Eltern den fast dreissig Jahre älteren Künstler Oskar Kokoschka kennen. Im März 1938 schloss Olda an der Prager Karls-Universität ihr Studium der Rechtswissenschaft mit einer Promotion ab. Wenige Monate vor der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ gelang es ihr, zwei Flugkarten nach London zu erwerben, um am 17. Oktober 1938 gemeinsam mit Kokoschka vor den Nationalsozialisten ins englische Exil zu fliehen. Am 15. Mai 1941, in der Zeit der Bombardierung Grossbritanniens durch die deutsche Luftwaffe, heirateten die beiden in einem Luftschutzkeller, das provisorisch als Standesamt diente. 1953 liess sich das Paar in Villeneuve am Genfer See nieder. 1988, acht Jahre nach dem Tod ihres Mannes, gründete Olda die «Fondation à la mémoire de Oskar Kokoschka», zu deren Sitz sie die wenige Kilometer von ihrem Wohnsitz gelegene Stadt Vevey wählte. Sie stattete die Stiftung mit allen Bildwerken aus, über die sie verfügen konnte, und vermehrte die Sammlungen bis zu ihrem Tod durch weitere Ankäufe und Schenkungen. Sie starb am 22. Juni 2004 in Montreux. Anlässlich der Ausstellung zeigt die Fondation das 1963 gemalte Doppelbildnis von Olda und Oskar Kokoschka, das sich nach dem Willen der Stifterin seit 1976 im Museum der Moderne Rupertinum in Salzburg befindet. Ausserdem sind eine Serie von neun Buntstiftzeichnungen der Prager Zeit (1934 – 1938) und einige späte Aquarelle ausgestellt, die Kokoschka von Olda anfertigte.
Musée Jenisch Vevey

26. Mai – 4. Oktober 2015

Ausstellung Die träumenden Knaben
Musée Jenisch Vevey

Im Oktober 1907 entstand Kokoschkas dichterisches Erstlingswerk Die träumenden Knaben, das als Hauptwerk der sezessionistischen Buchgraphik und Meilenstein in der Dichtung des Frühexpressionismus gilt. Auf dem ersten Blatt des Buches prangt eine Widmung an Klimt, dem Kokoschka den Start in seine künstlerische Laufbahn verdankte. Das Gedicht besteht aus einer zusammenhanglosen Abfolge von Träumen und märchenhaften Bildern, die Kokoschka in den Monaten zwischen November 1907 und Januar 1908 auf acht Farblithographien übertrug. Die etwa zweihundert Gedichtzeilen sind ohne Interpunktion mit durchgehender Kleinschreibung am rechten Rand der Lithographien gedruckt. Menschen, anthropomorphe Pflanzen, exotische Vögel, Seen und Inseln, Wiesen und Schiffe illustrieren in leuchtenden Farben die Verse. Die  eckigen Konturen der Figuren künden bereits die Abkehr vom Wiener Jugendstil und den Beginn des Expressionismus an. Das Werk entstand im Auftrag von Fritz Waerndorfer, dem Direktor der Wiener Werkstätte, und hätte eigentlich ein Märchenbuch für Kinder werden sollen. Stattdessen entstand, was der Dichter Albert Ehrenstein als Kokoschkas „Pubertäts-Bilderbuch“ bezeichnete. Das Gedicht beschreibt in der Ich-Form das Erwachen der Sexualität eines pubertierenden Knaben, dessen Ängste und zögernde Annäherungsversuche an das andere Geschlecht sich in Träumen und Metaphern entladen. 
Musée Jenisch Vevey

20. Oktober – 31. Januar 2016

Ausstellung Oskar Kokoschka und Alma Mahler - eine tragische Liebesbeziehung
Musée Jenisch Vevey

Am 12. April 1912 lernte Kokoschka in Wien Alma Mahler, die Witwe des Komponisten Gustav Mahler kennen. Es war der Beginn einer tragischen Liebesgeschichte, die schon nach drei Jahren zerbrechen sollte. Die Ausstellung zeigt eine Vielzahl von Zeichnungen und Lithographien, in denen Kokoschka alle Höhen und Tiefen seiner Beziehung in oft allegorischer Form darstellt. Dazu gehören die Illustrationen zum Werk Die Chinesische Mauer (1914) von Karl Kraus, die zwölf im Jahre 1913 entstandenen Kreidelithographien Der gefesselte Kolumbus; die 1914 erschienene Bachkantate und die Illustrationen zu seinem Gedicht Allos Makor (1914). Der Titel des Gedichts ist ein Anagramm der Namen Alma und Oskar. In seinem 1916/17 geschriebenen Drama Orpheus und Eurydike, das 1921 in Frankfurt uraufgeführt wurde, verarbeitete er seine gescheiterte Beziehung. Alma tritt darin in der Gestalt der Eurydike auf; sich selbst identifizierte Kokoschka mit dem mythologischen Sänger, der in die Unterwelt hinabstieg, um die Geliebte aus der Gewalt des Hades zurück zu gewinnen.

Um sich über seine verlorene Liebe hinwegzutrösten, liess Kokoschka im Juli 1918 die Münchner Puppenmacherin Hermine Moos eine lebensgrosse Puppe in der Erscheinung Almas nach seiner Beschreibung fabrizieren. Auch wenn das Ergebnis den Künstler zutiefst enttäuschte, fertigte er nach dem Fetisch mehrere Gemälde und Zeichnungen an.
Musée Jenisch Vevey

Aktivitäten 2014

1. Dezember 2013 – 23. März 2014

Ausstellung Stilleben von Oskar Kokoschka – Aquarelle und Farbstiftzeichnungen im Musée Jenisch Vevey

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl der schönsten Stilleben der Fondation Oskar Kokoschka. Ein Jahr nach seiner Ankunft in London (1938), wohin er sich vor den Nazis flüchtete, begann Kokoschka mangels Modellen Blumenaquarelle zu malen. Während des Zweiten Weltkriegs unternahm er zahlreiche Streifzüge durch Schottland und Wales mit einer Mappe von Buntstiften und Skizzenbüchern in der Tasche. An den Ufern des Meeres zeichnete er tote Fische, in den Feldern die Beute von Jägern und Stilleben von Früchten.
Den Höhepunkt der Ausstellung bildet das Ölgemälde Blumen in einer Vase von 1959, das die Fondation Oskar Kokoschka 2013 erwerben konnte.
Musée Jenisch Vevey

31. März – 29. Juni 2014

Ausstellung «Bekenntnis zu Hellas»: Ansichten von Kokoschkas Rundreise durch Griechenland im Jahr 1961

Zwischen dem 1. Oktober und dem 24. November 1961 unternahm Oskar Kokoschka eine Reise durch Griechenland, die ihn nach Athen, Delphi, Olympia, Sparta, Kap Sounion und Ägina führte. Nach den zahlreichen auf dieser Fahrt entstandenen Zeichnungen wurden 1964 in der Druckerei von Hans Christians in Hamburg 26 Kreidelithographien, begleitet von Texten antiker Dichter gedruckt. Sie zeigen Ansichten von Tempelanlagen in Athen, Delphi, Ägina und Olympia sowie Skulpturen und Grabreliefs aus dem Archäologischen Nationalmuseum und dem Akropolis-Museum in Athen. In seiner 1971 erschienenen Autobiographie schrieb Kokoschka rückblickend: „Hellas ist für uns alle ein Idealbild wie der Garten Eden. Warum? Vielleicht weil der Mensch dort das Menschliche am besten verwirklicht hat.“
Im gleichen Raum zeigt der Fotograf Volker Hagendorf Aufnahmen von Kokoschka, die 1964 während der Vernissage einer Ausstellung besagter Lithographien in der Galerie Tangente in Freiburg im Breisgau entstanden sind.
Musée Jenisch Vevey

2. Juni – 31. Oktober
Die Fondation Oskar Kokoschka ist Partner der Ausstellung:
„Extraausgabee –!“ Die Medien und der Krieg 1914 –1918
Ausstellung zum k.u.k. Kriegspressequartier,
veranstaltet vom Bundeskanzleramt und Österreichischen Staatsarchiv
Ort der Ausstellung: Palais Porcia, Herrengasse 23, 1010 Wien
Begleitpublikation:  Untergang einer Welt. Der große Krieg 1914-1918 in Photographien und Texten, hrsg. von Wolfgang Maderthaner und Michael Hochedlinger, Wien 2013

7. Juli – 7. September 2014

Ausstellung Zeichnungen von Kokoschka aus Schweizer Privatbesitz

Kokoschka fand nach seiner Niederlassung in der Schweiz 1953 Freunde, Förderer und Auftraggeber, die über Jahre seine Werke sammelten. Die Ausstellung zeigt erstklassige Zeichnungen aus Schweizer Privatbesitz, darunter Werke der 1920er und 1930er Jahre, die bisher noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen waren.
Musée Jenisch Vevey

13. September – 1. November 2014

Ausstellung Oskar Kokoschka im Objektiv des Fotografen Erling Mandelmann

Im Rahmen des alle zwei Jahre in Vevey stattfindenden Fotofestivals «Images» organisiert die Fondation Oskar Kokoschka gemeinsam mit dem 1935 in Kopenhagen geborenen Fotografen Erling Mandelmann eine Ausstellung von Aufnahmen Kokoschkas. Mandelmann, der über Jahrzehnte in Kokoschkas Haus ein- und ausging, gehörte zu den Lieblingsfotografen des Künstlers. Dies lassen die Vielzahl der Aufnahmen von Kokoschka und ein Empfehlungsschreiben des Künstlers an den Schweizer Maler, Kunstkritiker und Schriftsteller Walter Kern von 1963 annehmen. Darin bittet er Kern, Fotografien von Mandelmann in der Schweizer Monatsschrift Das Werk zu veröffentlichen: „Da ist ein junger dänischer Photograph Erling Mandelmann, den ich Ihnen ans Herz legen möchte; ihm im ‚Werk‘ eine Empfehlung, mit Beispielen seiner wirklich lebhaften und technisch sehr unterstützten Phantasie begleitet, zu geben wäre sehr verdienstvoll.“
Erling Mandelmann

18. September 2014, 18 Uhr 30
Öffentliches Gespräch mit dem Photographen Erling Mandelmann

Im Anschluss an das Gespräch sind alle Teilnehmer zu einem Apéro eingeladen.

Musée Jenisch, Espace Kokoschka

6. November 2014 – 1. Februar 2015

Ausstellung Oskar Kokoschka, 1915–1917: Vom Kriegsmaler zum Pazifisten 

Anlässlich der hundertjährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs (1914) dokumentiert die Fondation Oskar Kokoschka anhand einer Auswahl von Werken den Wandel, den Kokoschka zwischen 1915 und 1917 unter dem Eindruck der Kriegserlebnisse durchgemacht hat. Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn dem Königreich Serbien den Krieg. Kokoschka war zu diesem Zeitpunkt 28 Jahre alt, somit wehrpflichtig und musste jeden Tag mit seiner Einberufung rechnen. Den guten Beziehungen seines Freundes und Mentors Adolf Loos zum Armeeoberkommando verdankte er seine Aufnahme in das vornehmste Reiterregiment der Monarchie: das k.u.k. Dragonerregiment Erzherzog Josef Nr. 15. Am 29. August 1915 wurde Kokoschka bei Wladimir-Wolynsk in der Ukraine schwer verwundet. Am 29. März 1916 bewarb er sich um Aufnahme als Kriegsmaler beim Kriegspressequartier. Nach der Kriegserklärung Italiens im Mai 1915 kämpfte die k.u.k Armee im Isonzotal, im heutigen Slowenien, wohin Kokoschka Mitte Juli 1916 entsandt wurde. Bis Ende August zeichnete er vorwiegend in farbiger Kreide rund 30 Blätter mit Truppenbewegungen, Geschützstellungen und zerstörten Dörfern. Nach seiner zweiten Verwundung wandelte er sich zum Pazifisten und arbeitete ab 1917 an einer Anti-Kriegs-Mappe, die als eine moderne Variante der Grandes Misères de la guerre von Jacques Callot (1633) und der Desastres de la guerra von Goya (1810–1814) zu verstehen ist.
Musée Jenisch Vevey

Aktivitäten 2013

1. März – 31. Mai 2013

Ausstellung Kokoschkas „Bachkantate“ in Bildern und Musik im Musée Jenisch Vevey

Die Fondation Oskar Kokoschka feiert in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen mit Kokoschkas Lieblingskantate von Bach O Ewigkeit, du Donnerwort, die der Besucher in Musik und Bildern erleben kann. Der Busoni-Schüler Leo Kestenberg hatte Kokoschka das Werk vorgespielt und erläutert und ihn auf diese Weise zu der Graphikfolge O Ewigkeit – Du Donnerwort, Bachkantate angeregt, die 1916/17 im Berliner Verlag von Fritz Gurlitt erschien. In diesem Werk, das zu den Höhepunkten der expressionistischen Druckgraphik gehört, verarbeitete Kokoschka seine in der Krise steckende Beziehung zu Alma Mahler. In elf Kreidelithographien setzte er den Text und die Musik von Bach in Bilder um. Die Kantate besteht aus einem Dialog zwischen zwei Singstimmen, ein Tenor und eine Altistin, von denen der erste die Furcht, die andere die Hoffnung verkörpert. Der Künstler verwandelte die Kantate in ein autobiographisches Drama, in dem er seine eigenen Ängste und Hoffnungen zum Ausdruck bringt. Er gab den beiden Stimmen Gesichter, dem Tenor sein eigenes, der Altistin das von Alma. Ihre Gestalten entsprechen, vereinzelt oder paarweise den Soli und Duetten der Musik. Der Künstler unterstreicht den autobiographischen Charakter der Bachkantate, indem er die Graphikfolge mit seinem Selbstporträt eröffnet. Das Drama endet mit der Darstellung der Pietà, in der sein eigener Leichnam auf dem Schoss der Geliebten ruht. Im Ausstellungssaal befinden sich Kopfhörer, die es dem Besucher erlauben, die Bach-Kantate zu hören, während er die Bilder betrachtet.
Musée Jenisch Vevey

4. Mai – 29. September 2013

Ausstellung Oskar Kokoschka zu Besuch bei Rolf Gérard - Eine posthume Wiederbegegnung zweier Künstler in der Fondazione Rolf Gérard, Ascona

Die beiden Künstler Rolf Gérard und Oskar Kokoschka sind sich vor siebzig Jahren zum ersten Mal in London begegnet. Da Kokoschka zu diesem Zeitpunkt schon 57 Jahre alt und ein international gefeierter Künstler war, wird sein Verhältnis zu dem 23 Jahre jüngeren Gérard dem zwischen einem verehrten Meister und wissbegierigen Schüler entsprochen haben.

Gérard erinnerte sich im Alter an seine erste Begegnung mit Kokoschka, die er in das Jahr 1943/44 datiert: „Mitten im Krieg begegnete ich Oskar Kokoschka (1886-1980). Er war in der gleichen Situation wie ich, d.h. ohne Papiere, aber er war ein weltberühmter Mann. Er hat mich beeinflusst, Aquarelle zu malen, ohne Bleistift, ohne Vorzeichnung. Er war ein wunderbarer Mensch, von dem ich so viel lernen durfte.“ Im Jahr 1944 hatte Gérard Gelegenheit, zwei Porträts von Kokoschka in dessen Londoner Atelier in der Park Lane anzufertigen, die beide in der Ausstellung gezeigt werden.

Das Leben der beiden in dieser Ausstellung wieder zusammengeführten Künstler enthält so viele Parallelen und Kreuzungspunkte, dass sich eine Gegenüberstellung geradezu aufdrängt. Sowohl Gérard als auch Kokoschka erlebten durch das von ihnen erreichte hohe Alter ein ganzes Jahrhundert Geschichte der Kunst; beide verfügten über ein grosses Talent, Charakterzüge von Menschen prägnant in einem Porträt zu erfassen; beide durchquerten in zahlreichen Reisen die Welt, erhielten 1947 die englische Staatsbürgerschaft, verbrachten jedoch ihren Lebensabend in der Schweiz. Beide verkehrten in Kreisen berühmter Persönlichkeiten und schufen neben ihrer Malerei Bühnenbilder und Kostümentwürfe; beide blieben auch nach dem Zweiten Weltkrieg der gegenständlichen Malerei treu. Teilweise begegneten sie den gleichen Menschen, wie z. B. Max Liebermann, Wilhelm Furtwängler und Rudolf Chametowitsch Nurejew. In der Ausstellung werden Werke von Kokoschka denen von Gérard gegenüberstellt, sodass ein Dialog zwischen den Werken entsteht.
Fondazione Rolf Gérard

6. Juni – 1. Dezember 2013

Ausstellung Meisterwerke der Fondation Oskar Kokoschka im Musée Jenisch Vevey
Vernissage der Ausstellung am 6. Juni, um 18:30 Uhr im Kokoschka-Saal des Musée Jenisch Vevey

Die Fondation Oskar Kokoschka feiert in diesem Jahr ihr fünfundzwanzigjähriges Bestehen mit einer Ausstellung der schönsten Gemälde ihrer Sammlung. Diese Wahl der Werke erlaubt einen Rückblick auf alle Schaffensphasen des Künstlers von seinen Anfängen als Student an der Wiener Kunstgewerbeschule im Jahr 1904 bis in seine letzten Lebensjahre. Unter den Meisterwerken befinden sich höchst seltene Stücke wie die Madonna von Lassing (1906), sein erstes Gemälde religiösen Themas; die Ungarische Landschaft (1908), sein frühestes bekanntes Landschaftsbild; Gemälde, die 1928/29 während seiner Reise durch Nordafrika entstanden sowie das früheste Porträt seiner späteren Gattin Olda. Diese gründete 1988 die "Fondation à la mémoire de Oskar Kokoschka". Sie überliess der Stiftung alle Bildwerke, über die sie verfügte und vermehrte die Sammlungen bis zu ihrem Tod durch weitere Ankäufe. Ihr ist es zu verdanken, dass die Stiftung heute die weltweit grösste Sammlung von Werken Kokoschkas besitzt.
Seit 25 Jahren fördert die Fondation zahlreiche Publikationen und Ausstellungen in der Schweiz und im Ausland.

Musée Jenisch Vevey

26. Juni 2013, 11:00–12:45

Symposium: Place, Nation, and Politics in Oskar Kokoschka’s Art, Writings, and Career, 1934-1953
Amsterdam – Binnengasthuis 203
Conference_Program_2013 [pdf]

Organisiert und geleitet von Professor Keith Holz im Rahmen des “20th International Conference of Europeanists, Annual Conference of Columbia University’s Council for European Studies (CES)”, Universität Amsterdam, 25. – 27. Juni 2013

Bernadette Reinhold, Universität für angewandte Kunst Wien, Kunstsammlung und Archiv
“You Have Been Lost for the Home Country”: Kokoschka and Austrian Cultural Policy After 1945.

Agnes Tieze, Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg
Kokoschka and the Art Scene in Prague.

Régine Bonnefoit, Institut d’histoire de l’art et de muséologie, Université de Neuchâtel, Fondation Oskar Kokoschka, Vevey
Oskar Kokoschka: Portraitist of the Powerful.

Anna Müller-Härlin, Ph.D., Independent Scholar, Berlin, Germany
A European friendship: Oskar Kokoschka and his English collector Edward Beddington-Behrens

29. August 2013, 18:30 Uhr
Besuch der Villa Delphin in Villeneuve (Wohnort des Künstlers von 1953 bis 1980)
mit Régine Bonnefoit
Adresse: Avenue des Châtaigniers 1, Villeneuve
Teilnahme nur mit Voranmeldung per e-mail: info@oskar-kokoschka.ch

12. September 2013, 19 Uhr

Vortrag zum Thema: Kokoschka und die Schweiz
von Régine Bonnefoit, Professorin für Kunstgeschichte und Museologie an der Universität Neuchâtel, Konservatorin der Fondation Oskar Kokoschka
Im Kokoschka-Saal des Musée Jenisch
Musée Jenisch Vevey

1. Dezember 2013 - 23. März 2014
Stilleben von Oskar Kokoschka - Aquarelle und
Buntstiftzeichnungen
Musée Jenisch Vevey, Kokoschka-Saal

Aktivitäten 2012

Förderung der von der Forschungsstelle "Entartete Kunst" des Kunsthistorisches Instituts der Freien Universität Berlin erarbeiteten Datenbank, welche u. a. Informationen zu Oskar Kokoschkas Werken enthält,  die 1937 im Zuge der nationalsozialistischen Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt wurden.
Forschungsstelle "Entartete Kunst"

3. Dezember 2011 – 19. Februar 2012

Karl Friedrich Gotsch, La seconde génération expressionniste, Ausstellung der Galerie Artvera’s in Genf. Beitrag der Konservatorin der Fondation Oskar Kokoschka für den Ausstellungskatalog: Régine Bonnefoit, Friedrich Karl Gotsch –«Der Wind bläst unsereinem nicht in die Segel», in: Karl Friedrich Gotsch, La seconde génération expressionniste / The second expressionist generation, hrsg. von Sofia Komarova, Mailand 2011, S. 196–201.
Galerie Artvera's in Genf

13. März – 10. Juni 2012
Der Sturm, Zentrum der Avantgarde, Ausstellung des Von der Heydt-Museums in Wuppertal. Beitrag der Konservatorin der Fondation Oskar Kokoschka für den Ausstellungskatalog: Régine Bonnefoit, Kokoschkas Sturm-Jahre (1910–1916) – Vom Wiener „Oberwildling“ zur Berliner „Primadonna“, in: Der Sturm, hrsg. von Andrea von Hülsen-Esch und Gerhard Finckh, Von der Heydt-Museum Wuppertal, Bd. II: Aufsätze, Bönen 2012, S. 269-284.
Von der Heydt-Museum in Wuppertal

23. Juni 2012
Einweihung des neuen Kokoschka-Saals im frisch renovierten Musée Jenisch Vevey

23. Juni – 28. Oktober 2012
Ausstellung Meisterwerke der Fondation Oskar Kokoschka im Musée Jenisch Vevey
Musée Jenisch Vevey

3. November 2012 – 2. Februar 2013

Ausstellung Oskar Kokoschkas Sicht auf die Antike im Musée Jenisch Vevey:
Kokoschkas künstlerisches und literarisches Schaffen zeugt von einer intensiven und lebenslangen Auseinandersetzung mit der Antike. Sein frühestes Drama Mörder Hoffnung der Frauen (1909) enthält Handlungsmotive aus Aischylos’ Orestie und Kleists Penthesilea. Im Spätwerk des Künstlers überwiegen schliesslich Themen der antiken Mythologie, Geschichte und Literatur. Zwischen 1961 und 1972 lithographierte er unter dem programmatischen Titel Bekenntnis zu Hellas Ansichten von Delphi, der Akropolis von Athen, Ägina und Olympia, ferner die Illustrationen zur Odyssee, zu den Fröschen von Aristophanes, zur Penthesilea nach dem Trauerspiel von Heinrich von Kleist und zu den Troerinnen von Euripides. 
1929 bereiste er erstmals Griechenland und den Mittelmeerraum, zwischen 1956 und 1973 folgten acht weitere Reisen in die wichtigsten Zentren der Antike in Griechenland, Süditalien, Nordafrika und Kleinasien. Hinzu kommen Besuche berühmter Antikensammlungen in München, Paris (Louvre), London (British Museum) und Boston (Museum of Fine Arts). Während dieser Reisen und Museumsbesuche füllte der Künstler 23 Skizzenbücher mit Buntstiftzeichnungen nach antiken Monumenten. Nach seiner endgültigen Niederlassung in Villeneuve im Jahr 1953 legte sich der Künstler eine kleine Antikensammlung (Vasen, Fragmente von Marmorstatuen, Münzen) an, von denen einige besonders kostbare Stücke in der Ausstellung zu sehen sind. Die einzelnen Sammlungsstücke dienten ihm als Studienobjekte und finden sich teilweise in seinen Werken wieder.
Musée Jenisch Vevey

Aktivitäten 2011

4. September 2011

Letzte Führung von Régine Bonnefoit durch die Ausstellung Oskar Kokoschka – Wunderkammer / Cabinet de Curiosités im Musée des Beaux-Arts de La Chaux-de-Fonds, die an diesem Tag endet.

28. Juli 2011

Führung von Régine Bonnefoit für die Freunde des Musée Jenisch durch die Ausstellung Oskar Kokoschka – Wunderkammer / Cabinet de Curiosités im Musée des Beaux-Arts de La Chaux-de-Fonds

7. Juli 2011

Vortrag von Régine Bonnefoit über Kokoschkas Tätigkeit als Bühnengestalter für berühmte Opernaufführungen im Musée des Beaux-Arts de La Chaux-de-Fonds

27. Mai 2011

Führung von Régine Bonnefoit für die Studenten des Institut d’histoire de l’art et de muséologie durch die Ausstellung Oskar Kokoschka – Wunderkammer / Cabinet de Curiosités im Musée des Beaux-Arts de La Chaux-de-Fonds

15. Mai 2011

Führung von Régine Bonnefoit durch die Ausstellung Oskar Kokoschka – Wunderkammer / Cabinet de Curiosités im Musée des Beaux-Arts de La Chaux-de-Fonds

14. Mai 2011

Eröffnung der Ausstellung Oskar Kokoschka – Wunderkammer / Cabinet de Curiosités im Musée des Beaux-Arts de La Chaux-de-Fonds

9. April 2011

Erscheinen des Artikels « Was ich nur erträumen, malen und dichten kann » - Oskar Kokoschka und die Schweiz – oder: Die Schweiz und Kokoschka? von Régine Bonnefoit in der Neuen Zürcher Zeitung, Nr. 84, S. 67.

26. März 2011

Martin-von-Wagner Museum in Würzburg: Im Rahmen des XXXI. Deutschen Kunsthistorikertags hielt Régine Bonnefoit einen Vortrag über eine Buntstiftzeichnung, die Kokoschka 1961 im Museum von Delphi nach dem Südfries vom Schatzhaus der Siphnier zeichnete. Kokoschka schenkte die Zeichnung 1962 der Archäologin Erika Simon, die beim Vortrag in Würzburg zugegen war und im Anschluss Erinnerungen an Kokoschka erzählte. Um den Anwesenden die charakteristischen Merkmale von Kokoschkas Zeichenstil zu verdeutlichen, zeigte Frau Bonnefoit einige Buntstifte des Künstlers aus dem Besitz der Fondation Oskar Kokoschka. Der Künstler spitzte seine Buntstifte stets mit dem Messer, sodass die Minen breite Flächen und feine Grate aufweisen. Durch Drehen des Stiftes beim Zeichnen konnte Kokoschka die Strichbreite nach Belieben variieren.